Trendwende bei Hypothekenzinsen: Baugeld und Forward-Darlehen werden teurer

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Die Zinsen steigen – aber nur für die, die sich Geld leihen wollen oder müssen. Sparer hingegen müssen weiterhin mit mickrigen Renditen leben. Bis auf Weiteres.

Es ist so weit: Die Baugeldzinsen steigen. Auslöser der Trendwende: eine Rede von Mario Draghi. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigte sich optimistisch, dass es mit Europa auch weiterhin bergauf gehen werde und sprach von einer „Normalisierung der Geldpolitik“. Das blieb nicht ohne Folgen.  Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen sind vom 27. Juni bis zum 11. Juli um immerhin 0,31 Prozentpunkte gestiegen. Klingt nicht viel, aber als Basiswert für eine Zinsverteuerung reicht es allemal.

Langsam nach oben

Das belegt der Baugeld-Index der FMH-Finanzberatung. Er hat sich von 1,30 auf 1,42 Prozent erhöht. Im Vergleich zum Renditeanstieg bei der Bundesanleihe ist das relativ wenig. Die Differenz lässt sich damit begründen, dass Sparkassen und Volksbanken weiterhin im fast unverzinsten Kundengeld schwimmen und zugleich hohe Tilgungsraten mit ihren Kreditnehmern vereinbaren. Das versetzt sie in die Lage, viele dieser billigen Gelder im Baudarlehen zu verarbeiten und somit günstige Kredite zu bieten. Dennoch werden auch die regionalen Anbieter über kurz oder lang an der Preisschraube drehen und die Zinsen für die Baufinanzierung anheben.

Einen ähnlichen Effekt beobachten wir bei den Forward-Aufschlägen. So haben neben vielen anderen Banken auch die Santander Bank und die regionale PSD Bank Hessen-Thüringen ihren Forward-Aufschlag um 0,005 Prozentpunkte erhöht. Wer glaubt, die dritte Nachkommastelle sei nicht der Rede wert, den erwartet eine böse Überraschung. Denn die vermeintlich unerhebliche Erhöhung geht richtig ins Geld. Nehmen wir etwa ein Darlehen über 200.000 Euro. Die Zinsbindung beträgt 15 Jahre, die Tilgungsquote liegt bei drei Prozent. Ein Kunde, der dafür ein Forward-Darlehen mit 36 Monaten Vorlaufzeit abschließt, zahlt dank der Forward-Erhöhung um 0,005 Prozentpunkte 4.770 Euro mehr als zuvor.

Wer eine Anschluss-Finanzierung benötigt, sollte also nicht mehr allzu lange warten, sondern zeitnah das passende Angebot einholen.

Kein Grund zur Panik – und keiner zur Freude

Viele Kunden fragen uns dieser Tage: Ist das die Trendwende? Steigen die Zinsen jetzt dauerhaft? Die Antwort lautet: Ja. Angst vor massiven Preisschüben muss derzeit aber niemand haben. Wir erwarten eine stetig leicht ansteigende Kurve. Zwischendurch können die Zinsen zwar wieder kurzfristig absacken – generell nichts Ungewöhnliches und in Zeiten von Euro-Krisen, Donald Trump und anderen Unwägbarkeiten schon gar nicht. Der Trend weist aber klar nach oben.

Bei den Anlagezinsen hingegen hoffen Kunden noch vergebens auf ein Plus. Das wird sich erst ändern, wenn die EZB den Strafzins reduziert, den Banken zahlen müssen, wenn sie dort ihr Geld parken.  Wenn dann auch noch der Leitzins steigt, dürfte der Effekt irgendwann auch bei den Sparern ankommen. Bis dahin werden aber noch etliche Monate vergehen.

Quelle: n-tv.de

Ein Gedanke zu „Trendwende bei Hypothekenzinsen: Baugeld und Forward-Darlehen werden teurer

  1. Man hat ja doch immer wieder gehofft, dass auch die Sparer irgend wann etwas davon haben zu sparen, aber auch heute sieht es nicht danach aus. Ich glaube kaum, dass sich dies in Zukunft überhaupt noch ändern wird.

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